Die Legende von Livsvei

01

Niemand kennt den ersten Stein, niemand weiß, wann sie erschien.

Livsvei war zu jeder Zeit, verborgen nur vor manchem Blick.

02

Der Weltenbaum stand still und groß, als noch kein Reisender ihn sah.

Seine Wurzeln hielten fest, was längst vergessen schien.

03

Die Wege kamen, Wege gingen, manche wurden nie erkannt.

Andere führten Reisende durch Nebel in ein fernes Land.

04

Die Häuser standen nicht stets gleich, mal sichtbar hier, mal sichtbar dort.

Denn Livsvei folgt seit alter Zeit dem Wesen jedes Ortes.

05

Das Ting erhob zuweilen sich, wo Fragen einen Platz begehrten.

Dort suchten viele nach dem Recht, das Weisheit und Verständnis nährten.

06

Die Stadthalle bewahrte still die Namen jener, die geblieben.

Nicht durch Worte wurden sie geehrt, sondern durch die Spuren ihres Lebens.

07

Über lange Zeit verstummte Vieles, Gebäude schwanden nach und nach.

Nur der Weltenbaum erinnerte sich an jedes Haus und jedes Dach.

08

Die Stadt war nicht verloren gegangen, sie schlief nur unter Moos und Zeit.

NDie Wege lagen tief verborgen, fern von Hast und Eitelkeit.

09

Dann fand ein Reisender die Spuren, die kaum noch jemand sehen konnte.

Er räumte Stein um Stein beiseite, bis die Stadt erneut erwachte.

10

Sein Name war Mario W., doch Herr der Stadt wollte er nie sein.

Er wurde nur ihr Architekt und legte alte Wege frei.

11

Seit jener Zeit erscheinen Wege, wenn der richtige Augenblick erwacht.

Manche zeigen sich nur kurz, andere bleiben über Nacht.

12

So sagt man heute in Livsvei: Nicht jeder Weg ist stets zu sehen.

Doch wer die Augen offen hält, kann viele neue Wege gehen.

13

Das alte Fenster schloss sich leise, und mit ihm mancher alte Pfad.

Am See begann ein neuer Weg, den Zorin sichtbar werden ließ.

14

Wer erstmals nach Livsvei fand, sah oft sein Wasser still und klar.

Wer eines Tages weiterzog, erkannte erst, was wichtig war.

15

Der See nimmt, was gewesen ist, und gibt es neu gewandelt frei.

So endet mancher alte Weg, damit ein neuer möglich wird.